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Die Katholischen Krankenhäuser - Unverzichtbar menschlich

Ausgabe 7 / 5. Dezember 2025

Editorial

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Liebe Leserin, lieber Leser,

wir blicken auf ein sehr bewegtes Jahr zurück. Die Hoffnungen auf eine zügige, praxistaugliche und auskömmlich durchfinanzierte Krankenhausreform wurden von der neuen Bundesregierung nur teilweise erfüllt.

Die fortlaufende Unterfinanzierung stellt gerade für freigemeinnützige Krankenhäuser, die weder einen Investor noch den Staat als finanziellen Rückhalt haben, eine große Belastung dar. Diese Wettbewerbsverzerrung führt zu deutlichen Verschiebungen im Klinikmarkt.

Deshalb richten wir in dieser Ausgabe unseres Magazins den Blick auf die Bedeutung kirchlicher Krankenhäuser. Sie sind eben nicht nur „nice to have“ im Wettbewerb der Gesundheitsanbieter, sondern gehören zu den ältesten Sozialunternehmen unseres Landes. Sie sind aus einer Tradition hervorgegangen, die Verantwortung, Gemeinwohlorientierung und Subsidiarität zusammenführt.

Seit mehr als 150 Jahren entlasten gerade kirchliche Krankenhäuser den Staat und sichern die Gesundheitsversorgung. Das machen sie nicht nur dort, wo es lukrativ ist, sondern dort, wo diese Versorgung gebraucht wird. Prof. Dr. Annette Zimmer von der Universität Münster analysiert in ihrem Beitrag die sozialpolitische Bedeutung freigemeinnütziger Träger. Sie hebt ihre Widerstandskraft im Vergleich zu kommunalen Trägern hervor und zeigt auf, warum ihre Profilierung in einem zunehmend säkularen Umfeld unverzichtbar ist.

Ganzheitliches Menschenbild und umfassendes Gesundheitsverständnis

Auch der Ethiker Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl aus Berlin macht deutlich, dass ein ausschließlich ökonomischer Blick zu kurz greift. Er spricht von „Barmherzigkeit als Ordnungsprinzip“ – nicht als Mildtätigkeit, sondern als Anspruch, Gesundheit als körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu verstehen. „Es muss zum Markenkern christlicher Einrichtungen gehören, wenn sie sich dem ganzheitlichen Menschenbild und damit auch dem umfassenden Gesundheitsverständnis verpflichtet fühlen.“

Viele der beim Sozialpreis 2025 eingereichten Projekte zeigen eindrucksvoll, wie dieser ganzheitliche Ansatz in katholischen Einrichtungen mit großem Engagement gelebt wird. Und wie christliche Werte Haltung prägen und in menschlicher Zuwendung Ausdruck finden. Als Verband wollen wir gemeinsam mit dem neu gewählten Vorstand diesen Mehrwert noch stärker in die politische Diskussion tragen.

Denn: Freigemeinnützige Krankenhäuser sind kein moralischer Zusatznutzen – sie sind systemrelevant.

Viel Freude beim Lesen!

Ihre
Bernadette Rümmelin
Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverbands Deutschland

Foto: KKVD/Kirsten Breustedt

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